Wiedermal ein Bike-Rennen – Sie&Er in Einsiedeln

Nach über einem Jahr Rennabstinenz, einer beruflichen Weiterbildung und einem Zeckenbiss, der mich etwas neben die Fahrbahn beförderte, stand ich am Sonntagmorgen vom 30. September zusammen mit Urs an der Startlinie auf dem Klosterplatz in Einsiedeln. Das Wetter war wunderbar, zwar etwas frisch, dafür sonnig und trocken und somit prächtiges Bike-Wetter. Wir starteten zusammen auf der 53-km langen Strecke rund um den Sihlsee in der Sie&Er Kategorie. Ich muss sagen, etwas nervös war ich schon, wusste ich doch nicht so recht was mein Körper zu fast drei Stunden „LEIDEN“ sagen würde. Lange hatte ich nicht Zeit zum studieren, schon nach dem Startschuss war ich auf Rennmodus und es fühlte sich gut an. Das hektische Pulkfahren bis nach Willerzell spornte mich an und ich freute mich auf den ersten Anstieg hinauf zur Sattelegg. Urs und ich ergänzten uns im Aufstieg und ich glaube wir kletterten ganz ordentlich, jedenfalls atmeten wir beide ziemlich geräuschvoll.

Die Sattelegg war schnell erreicht und auch hinauf zum Brüel gings flüssig vorwärts, leider fuhren wir bereits auf die 5 Minuten vor uns startende Gruppe auf und so konnten wir wegen den vielen Biker-Fussgänger nicht ganz bis oben fahren. Im folgenden Downhill wurde der Verkehr noch grösser und so hatten wir zu den technischen Tücken mit Wurzeln und Trämmel auch noch fahrende Hindernisse zu umkurven. Ich jedenfalls hab fast Urs verloren – im letzten Moment sah ich ihn vor mir und danach nur noch eine Staubwolke. Mit einem Fully unter dem Allerwertesten lässt es sich einfach ganz famos runterfahren. Ich kam im losen Kies ziemlich ins Schwitzen und meine Stimme mit dem „Achtung LINKS“ schreien war auch arg beansprucht.
Hinauf Richtung Wisstannen konnten wir dann mal Buchhaltung machen und uns umsehen wie denn der Stand der Zwischenrangierung so war. Wir fuhren mit zwei Sie&Er Teams um die Ränge zwei bis vier über die Fläche nach Unteriberg. Im langen Aufstieg zum Hummel setzte sich ein Team aber gleich entscheidend ab. Ich war schon ziemlich müde und Urs ging es auch nicht besser, so fuhr auch Platz drei davon. Kurz bevor es auf die Triesabfahrt ging, meinte ich das Trikot vom Mann des drittplatzierten Teams zu sehen. Irgendwie bekam ich einen Extra-Boost und im unteren Teil der Abfahrt konnte ich ihn sehen. Jetzt galt es clever über den neuen Streckenteil zu kommen, wir hatten keine Ahnung was auf uns zukommen würde, nur das wir noch einige Körner übrig haben sollten.

Hmmm schwierig, viele Körner hatte ich nicht mehr zudem plagten Urs Krämpfe und vor uns türmte sich eine Wand auf… zu allem Elend ging es noch dermassen steil ein Wiesenbort hoch, so dass wir schieben mussten. Krämpfe in den Waden also vorprogrammiert, dafür das rote Trikot immer schön auf Schlagdistanz vor uns. Wir kamen aber immer näher und just auf dem höchsten Punkt konnte ich mich an den Beiden vorbeischmuggeln und die Abfahrt von „vorne“ fahren. Nach Ausschau nach Urs sah ich von Weitem eine grosse Staubwolke und so wusste ich, dass er im Anflug war und kurz vor dem Klosterplatz war die Aufholjagd zu unseren Gunsten entschieden und wir konnten auf dem dritten Platz ins Ziel rollen. Was für ein Fight um den dritten Platz, danke an Urs für das tolle Rennen. Das macht Lust auf mehr 🙂